Halbzeitbilanz zur Vierschanzentournee
Zwei Springen der Vierschanzentournee sind absolviert. Für die deutschen Springer wird es auch in diesem Jahr nicht zum Gesamtsieg reichen. Neben den Mitfavoriten Peter Prevc aus Slowenien und Michael Hayböck aus Österreich haben dafür noch zwei Überraschungssieger Chancen auf den Gesamterfolg: Der Österreicher Stefan Kraft, Auftaktgewinner von Oberstdorf und Anders Jacobsen. Der Norweger gewann das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen in überlegener Manier. Es war sein erster Sieg nach seinem Kreuzbandriss 2013. Der Erfolg kam damit genauso überraschend wie seine Auftritte bei der Tournee 2006/07 (wo er als Neuling den Gesamtsieg errang) und 2012/13 (als er nach langer Durststrecke mit zwei Einzelsiegen Zweiter wurde).
Jetzt wird Jacobsen, mit rund 20 Punkten Rückstand Vierter der aktuellen Gesamtwertung, von einigen Experten sogar noch der Sieg zugetraut. Deutlichen Vorsprung haben aber, insbesondere dank ihrer Leistung in Oberstdorf, Kraft, Prevc und Hayböck.
Für die deutschen Springer gab es nach dem bösen Erwachen in Oberstdorf zumindest eine kleine Steigerung in Garmisch-Partenkirchen zu verzeichnen. Im zweiten Durchgang zeigte Richard Freitag – wie schon in den beiden Qualifikationen – dass er um das Podest mitspringen könnte. Severin Freund hingegen scheint seine Form verloren zu haben. Die Plätze 10 und 13 können den Ansprüchen eines Tournee-Favoriten nicht genügen.
Wer gewinnt die Vierschanzentournee 2015? Ich persönlich würde mir wünschen, dass Anders Jacobsen den relativ großen Rückstand in Innsbruck und Bischofshofen noch aufholt und seinen zweiten Gesamtsieg bei der Tournee erringt. Realistisch gesehen haben aber die drei Führenden eine bessere Chance.
Peter Prevc ist seit einiger Zeit in der Weltspitze vertreten und hat einen marginalen Rückstand auf den Führenden. Die große Stärke ist und bleibt seine Konstanz. Nicht die schlechteste Voraussetzung für den Gesamtsieg.
Michael Hayböck hat zwar schon einen Rückstand von über 6 Punkten auf Prevc und Kraft, war in der bisherigen Saison aber der beste Springer. Das drückt sich durch sein gelbes Trikot aus, das er tragen darf, obwohl er noch keinen einzigen Weltcupsieg feiern konnte.
Stefan Kraft führt die Tournee zur Zeit an. In Oberstdorf gelang ihm sein erster Weltcup-Sieg überhaupt. Vor der Tournee galt er als Außenseiter. Vielleicht gelingt ihm auf seiner Heimschanze in Bischofshofen ja der ganz große Erfolg.
Autor: Andreas Arens.
sportzumsonntag am 02. Januar 15
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