Die wichtigsten Wintertransfers 2015
In dieser Woche gibt es (endlich) wieder Bundesliga-Fußball! Nach über einem Monat Winterpause rollte der Ball ab Freitag wieder. Viele Vereine haben die Zeit genutzt, um sich im sonnigen Süden auf die Rückrunde vorzubereiten. Außerdem ist der Transfermarkt für einen Monat geöffnet. Das bietet vor allem den Enttäuschungen der Hinrunde die Möglichkeit, personell nochmal nachzubessern. Die meisten Kellerkinder haben sich aber (noch) nicht durchringen können, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen.
Auch alle anderen Bundesligisten haben sich in dieser Winterpause auf dem Transfermarkt zurückgehalten. An Zu- und Abgängen steht ein Transfervolumen von insgesamt ca. 40 Millionen Euro zu Buche (Stand: 27.1.). Allein fast ein Drittel dieser Summe wurde für den Transfer von Kevin Kampl veranschlagt. Der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler, der mittlerweile für Slowenien aufläuft, kam von Red Bull Salzburg aus der österreichischen Bundesliga zu Borussia Dortmund. Beim enttäuschenden Tabellen-Vorletzten soll der offensive Mittelfeldspieler frischen Wind ins Angriffsspiel bringen. Dass er das Potenzial dazu besitzt, hat er in den ersten Testspielen mit der Borussia bereits bewiesen, als er jeweils zu den auffälligsten Schwarz-Gelben gehörte und das ein oder andere Tor erzielte.
Kampl hat sich seit seinem „Scheitern“ in Leverkusen deutlich weiterentwickelt und möchte sich jetzt im zweiten Anlauf bei einem Top-Club der Fußball-Bundesliga durchsetzen. Der Umweg über die dritte (VfL Osnabrück) und zweite Liga (VfR Aalen) sowie über die österreichische Bundesliga hat den mittlerweile 24-jährigen reifen lassen und ihn zu einem begehrten Spieler in den europäischen Ligen gemacht. Trotz der Ablöse von 12 Millionen Euro könnte Kampl für die Borussia ein günstiger Transfer gewesen sein. Meine Prognose: Kevin Kampl setzt sich in der Rückrunde in der Startelf des BVB fest und trägt zu einer Leistungssteigerung seines neuen Teams bei.
Den vielleicht namhaftesten Neuzugang hat sich der FC Schalke 04 gesichert. Mit Matija Nastasic kam auch der absolute Wunschspieler von Coach Roberto Di Matteo. Der Serbe, der von Manchester City zunächst ausgeliehen ist, gilt immer noch als eines der größten Verteidiger-Talente Europas. Mit jetzt 21 Jahren benötigt er aber langsam dauerhaft Spielpraxis. Wenn Schalke ihm die in der Rückrunde bietet und Nastasic seine Chance nutzt, könnte es DER Transfer des Jahres werden (Schalke besitz im Sommer eine Kauf-Option über etwa 9,5 Millionen Euro). Meine Prognose: Als Wunschspieler des Trainers sollte Nastasic die Möglichkeit haben, sich gegen die relativ starke Konkurrenz in der Innenverteidigung (Höwedes, Matip) durchzusetzen, zumal Matip mit einem Fußbruch auf unbestimmte Zeit ausfällt. Auch eine mögliche Umstellung auf die Dreierkette (wie sie zum Ende der Vorrunde immer öfter praktiziert wurde) sollte Nastasic entgegenkommen. Wenn er sein Potenzial zeigen kann, wird er einen stabilisierenden Einfluss auf die Defensive haben und Schalke zur Vizemeisterschaft verhelfen.
Die anderen Spitzenteams hielten sich merklich zurück. Nur Leverkusen überwies sieben Millionen Euro an den AS Rom, um den bereits ausgeliehenen Tin Jedvaj fest zu verpflichten. Der 19-jährige Kroate, der unter Trainer Roger Schmidt den sofortigen Sprung in die erste Bayer-Elf schaffte, gehört zu den Aufsteigern der Hinrunde. Abgänge hatte hingegen Branchenprimus Bayern München zu verzeichnen. Xherdan Shaqiri wechselt zunächst auf Leihbasis (im Sommer aber fest für kolportierte 18 Millionen Euro) zu Inter Mailand. Zudem verleihen die Bayern Nachwuchskicker Pierre-Emile Höjbjerg nach Augsburg, wo der Däne Spielpraxis sammeln soll.
Zwei andere Vereine griffen für dänische Verstärkungen etwas tiefer in die Tasche, als der FCA. Tabellen-Schlusslicht SC Freiburg verstärkt seine lahmende Offensive mit Mats Möller-Daehli, der für etwa 1,5 Millionen Euro vom britischen Zweitligisten Cardiff City an die Dreisam wechselt. Sogar circa 2,5 Millionen Euro legt Werder Bremen für den ehemaligen Hoffenheimer Jannick Vestergaard auf den Tisch. Er soll das ein oder andere Loch in der Defensive der Werderaner stopfen.
Auch die drei dänische Neuzugänge verfügen über das Potenzial, ihre jeweilige Mannschaft merklich zu verstärken. Wenn Höjbjerg über einen längeren Zeitraum sein Talent unter Beweis stellen kann, ist für Augsburg eventuell sogar der Europapokal drin. Möller-Daehli hat schon in der Premier League einige gute Auftritte hingelegt, trotzdem wird Freiburg es dieses Jahr schwer haben, die Klasse zu halten. Ähnliches gilt für Bremen, die hoffen müssen, dass alle Neuzugänge (außer Vestergaard noch Casteels und Öztunali, jeweils per Leihe) die Qualität in der ersten Elf erhöhen. Denn spielerisch sah Bremen in der Hinrunde aus wie ein sicherer Absteiger.
Autor: Andreas Arens.
sportzumsonntag am 27. Januar 15
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren