Darmstadt in Liga 1 – Hamburg nicht?
Stuttgart ist dem Abstieg gerade noch entgangen, der HSV muss sich durch die Relegation zittern – für die ehemaligen Topclubs der Bundesliga ist diese Saison so ziemlich die Kopie der vergangenen. Vor einem Jahr überstanden die Hamburger die Entscheidungsspiele nur äußerst knapp, gegen den Karlsruher SC könnte es in dieser Woche ähnlich spannend werden.
Der KSC hat den direkten Aufstieg in die erste Liga gerade so verpasst. Den weiteren Platz im Oberhaus, neben Zweitligameister FC Ingolstadt, sicherte sich der SV Darmstadt 98. Nach Fürth und Paderborn in den vergangenen Jahren geht das Aufsteigen von eher unbekannten Vereinen also munter weiter.
Mit Ingolstadt war vor der Saison zumindest ansatzweise gerechnet worden. In der Audi-Stadt wurde in den letzten Jahren kontinuierlich ein wettbewerbsfähiges Team aufgebaut. Viele Experten glauben, mit dem erstmaligen Erreichen der 1. Liga wird der Sponsor sein Engagement noch weiter ausbauen, ähnlich wie es VW bei Wolfsburg getan hat. Deshalb sollten die Ingolstädter das Potenzial haben, sich in den kommenden Jahren in der Bundesliga zu etablieren.
Die Ambitionen, welche der 54. Erstligist der Geschichte für die Zukunft hegt, dürften für Darmstadt mittelfristig unerreichbar sein. Zwar spielten die Hessen 1978/79 und 1981/82 zwei Spielzeiten erstklassig, aber in der jüngeren Vergangenheit drohte der Klub in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Vor zwei Jahren war Darmstadt sportlich in die vierte Liga abgestiegen, nur der finanzielle Kollaps der Offenbacher Kickers verhalf zum Klassenerhalt. Eine Mannschaft der Namenlosen und Gescheiterten erkämpfte sich anschließend ziemlich überraschend den dritten Platz und durfte deshalb in der Relegation um den Aufstieg in die zweite Liga spielen. Nach einer Heimniederlage im Hinspiel bezwang man Gegner Bielefeld in der Nachspielzeit der Verlängerung. Eigentlich war die Erfolgsstory nach diesem verrückten Spiel schon perfekt – und jetzt das: der absolute Außenseiter Darmstadt 98 schaffte in der abgelaufenen Saison tatsächlich den direkten Durchmarsch ins Oberhaus. Sie sind nun ein noch chancenloserer Underdog in der Bundesliga als Paderborn zuletzt. Aber mit dieser Rolle weiß Darmstadt umzugehen. Meister werden sie trotzdem nicht werden - wahrscheinlich. Denn dem Gesetz der Serie folgend, stehen die Chancen gar nicht schlecht: Dritter in der 3. Liga, Zweiter in der 2. Liga...

Wesentlich realistischer ist aber, dass Darmstadt ein ähnliches Schicksal ereilt wie Fürth oder Paderborn. Die Paderborner konnten die Bundesliga in dieser Saison zwischenzeitlich zwar richtig aufmischen, am Ende stand trotzdem der direkte Wiederabstieg als Tabellenletzter. Im Abstiegsdrama am letzten Spieltag war die Chance auf den Klassenerhalt noch gegeben, doch am Ende hätte es selbst bei einem Sieg über Konkurrent Stuttgart nicht gereicht. In die zweite Liga begleitet wird der SCP vom SC Freiburg, der das andere direkte Abstiegsduell in Hannover verlor. Auf Grund dieses Ergebnisses rettete sich der HSV mit dem Sieg gegen Schalke zumindest noch auf den Relegationsplatz. Die Auftritte bei den vergangenen (Heim-)Spielen machen Hoffnung, dass die Hamburger auch im 53. Bundesliga-Jahr mit von der Partie sind. Selbst wenn das geschafft wird, muss man sich um den ruhmreichen HSV nach der zweiten Zitter-Saison in Folge ernsthafte Sorgen machen. Irgendwann stirbt der Dino dann doch aus...

Autor: Andreas Arens.