Die Bundesliga Saison 2014/15 - Gewinner und Verlierer
Die 52. Bundesliga-Saison ist seit dem Wochenende Geschichte. Meister wurde der FC Bayern München – wenig überraschend war es doch der 24. seit Gründung der Elite-Liga 1963/64. Auch auf die Absteiger Paderborn und Freiburg hätte vor der Saison tippen können. Was sich in den übrigen Tabellenregionen im Verlauf des Jahres abspielte, war so aber nicht vorhergesagt worden.

"Die Gewinner"

FC Augsburg:
2014 verpasste der eigentliche Abstiegskandidat die Europapokalplätze erst im Saisonfinale. In dieser Spielzeit schien es zunächst ähnlich zu laufen: nach einer grandiosen Hinrunde fiel der FCA in der Rückrunde etwas zurück. Dank des großen Punktepolsters und zwei Siegen zum Abschluss wurde man aber dennoch Fünfter in der Endabrechnung. Die erstmalige Europacup-Teilnahme der Augsburger ist damit sicher - eine kleine Sensation.

VfL Wolfsburg:
69 Punkte holte der VfL und damit genauso viele wie im Meisterjahr 2009. Man hatte den Wolfsburgern eine gute Rolle zugetraut, dass sie sich aber so stark präsentieren würden, war aber eher nicht erwartet worden. Die Vizemeisterschaft, das Pokalfinale und auch das Viertelfinale in der Europa League lassen sich wirklich sehen. Mit dem DFB-Pokaltitel könnte man diese Saison krönen.

Borussia Mönchengladbach:
Seitdem Lucien Favre Trainer in Mönchengladbach ist, hat sich die „Fahrstuhlmannschaft“ wieder zu einer festen Größe in der Spitzengruppe der Bundesliga gemausert. Nach dem etwas überraschenden dritten Platz darf die Borussia im kommenden Jahr erstmals in der Champions League auflaufen. Die Entwicklung bei den Gladbachern war in jüngster Vergangenheit relativ rasant, wirkt aber trotzdem stabil. Die Borussia wird zukünftig nicht immer in der Champions League spielen, hat sich aktuell aber in den Top 6 der Bundesliga etabliert.

Werder Bremen:
Zumindest in der Rückrunde war Werder auf einmal wieder das Werder, wie man er gekannt hatte. Unter dem neuen Trainer Viktor Skripnik machte man den teilweise grauenhaften Fußball der Vorrunde vergessen und durfte bis zum letzten Spieltag auf die Europa League hoffen. Dass es damit nun doch nicht geklappt hat, ist kein Beinbruch. Die einigermaßen zahlreichen Talente, die derzeit in das Team eingebaut werden, machen durchaus Hoffnung auf eine positive Entwicklung des SV Werder.

"Die Verlierer"

Borussia Dortmund:
Vor der Saison galt der BVB bei Vielen als ernsthafter Meisterschaftskonkurrent für die Bayern. Kein Wunder nach zwei ersten und zwei zweiten Plätzen in den vergangenen Spielzeiten. Aber es wollte von Beginn an nicht so recht laufen, im Winter stand man sogar ganz am Ende der Tabelle. In Dortmund wurde alles in Frage gestellt, dann gelang doch noch die Wende. Mit einer Aufholjagd im „Schneckenrennen“ um die Europa-League-Ränge ergatterte der BVB noch den siebten Platz, der Dank des eigenen Erreichens des Pokalfinales zumindest zur Qualifikation für ein Europa-Ticket berechtigt. Wenn zum Abschied von Jürgen Klopp der DFB-Pokal geholt werden sollte, kann aus der Seuchensaison doch noch eine erfolgreiche werden.

FC Schalke 04:
Als erfolgreich wird dieses Jahr „auf Schalke“ wohl niemand bezeichnen. Platz sechs bedeutet zwar ebenfalls die Teilnahme an der Europa-League, die Art und Weise, wie diese erreicht wurde, ließ aber sehr an Trainer Roberto Di Matteo zweifeln, der erst während der Saison verpflichtet worden war. Mittlerweile haben sich Verein und Trainer wieder getrennt. Ein großes Missverständnis, das die eigentlich positiven Zukunftsaussichten des S04 ein wenig geschmälert haben dürfte. Aber: Neue Saison, neuer Trainer, neues Glück!

Hamburger SV:
Es ist noch gar nicht so lange her, da spielte der HSV um den Einzug ins Europacup-Finale im eigenen Stadion, doch diese Zeiten scheinen längst vergessen. Seit zwei Jahren werden fast ausschließlich Negativ-Schlagzeilen über die Hamburger produziert, welche den eklatanten Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit verdeutlichen. Wie 2014 wird der HSV auch jetzt wieder in der Relegation um den abermaligen Klassenerhalt zittern müssen. Vor der Saison war man noch hoffnungsfroh dieses Mal nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben...

VfB Stuttgart:
Auch für den VfB verlief diese Spielzeit ähnlich wie die letzte: Abstiegskampf. Das ist eigentlich nicht der Anspruch in Stuttgart und so wurde, wie im vergangenen Jahr auch, Huub Stevens kurzfristig als Coach verpflichtet. Und wieder schaffte es der erfahrene Niederländer sein Team auf die prekäre Situation einzustellen. Trotzdem sah das über weite Strecken alles andere als souverän aus und so benötigte der VfB auch einige Hilfe der Konkurrenz um den Ligaverbleib zu sichern.


Gefühlt war das Niveau dieser Bundesliga-Saison nicht so hoch, wie in den vergangenen Jahren. Das lag vielleicht auch daran, dass Mannschaften wie Dortmund oder Schalke ziemlich schwächelten. Der Fünfte Augsburg hat am Ende nur 49 Punkte auf dem Konto und kommt mit einer ausgeglichenen Matchbilanz daher (15 Siege, 4 Unentschieden, 15 Niederlagen). Konstant gut spielten in dieser Saison tatsächlich nur die ersten Vier, obwohl Meister Bayern München in der Rückrunde wesentlich schwächer agierte, als in der Vorrunde - in vielen Bundesligaspielen reichte es trotzdem. Insgesamt hat man das Gefühl, dass die Bundesliga den positiven Lauf der letzten Jahre etwas verloren hat. Die internationalen Ergebnisse nach dem Finale von Wembley 2013 sind einigermaßen ernüchternd. Vielleicht muss die Liga aufpassen, zukünftig nicht wieder an Attraktivität einzubüßen.

Autor: Andreas Arens.