Copa América 2015 in Chile – Der Favoritenchek
Schon zum 44. Mal wird das traditionsreichste Fußballturnier für Nationen in diesem Jahr ausgetragen. Die Copa América existiert bereits seit 1916 und damit deutlich länger, als jedes andere große Länder-Turnier. Rekordsieger ist Uruguay mit 15 Erfolgen, das 2015 auch als Titelverteidiger antritt. Vizeweltmeister Argentinien könnte mit einem Titel in diesem Jahr allerdings wieder gleichziehen. Der fünfmalige Weltmeister Brasilien hat bislang „nur“ acht Siege vorzuweisen.
Als Top-Favorit dieser Ausgabe, die am Freitag mit den ersten Gruppenspielen begann, gilt gemeinhin Argentinien. Das Team um die Offensivreihe mit Lionel Messi, Sergio Agüero und Ángel di María schaffte es bei der letztjährigen Weltmeisterschaft bis ins Finale und dürfte kaum an Qualität eingebüßt haben. Den ersten Dämpfer gab es aber schon: Gegen Paraguay sprang trotz einer Führung durch Agüero und Messi nicht mehr als ein 2:2 raus. Die Vorbereitungszeit für die Schlüsselspieler und frischgebackenen Champions-League-Sieger Messi und Javier Mascherano war allerdings kurz. Im Turnierverlauf sollte Argentinien stärker werden und bleibt der heißeste Titelanwärter.
Normalerweise folgt bei den Favoriten der Copa América spätestens an zweiter Stelle Brasilien. Nach der enttäuschenden Heim-WM hat die „Selecao“ aber an Ansehen verloren. Copa-Gastgeber Chile präsentierte sich, trotz Achtelfinal-Aus, hingegen positiv. Mit Stars wie Arturo Vidal oder Alexis Sánchez verfügenen die Chilenen auch über genügend individuelle Klasse, mit Claudio Bravo über den vielleicht stärksten südamerikanischen Keeper. Obwohl das Land an der Pazifik-Küste „Gründungsmitglied“ der Copa América ist (gemeinsam mit Uruguay, Argentinien und Brasilien), gelang bisher kein einziger Titelgewinn. Dieses Mal sollten die Chancen so gut sein, wie selten zuvor. Das erste Gruppenspiel wurde zumindest souverän gewonnen.
Brasilien ist bei jeder Copa-Ausgabe ein Titelkandidat, so auch in diesem Jahr. Die Frage wird sein, ob es Coach Carlos Dunga geschafft hat, das Debakel der Heim-WM aus den Köpfen der Spieler zu bekommen. Und selbst dann verfügt Brasielen derzeit nicht auf jeder Position über die höchste Qualität auf dem Kontinent. Ein Neymar in Top-Form wird wohl nicht zum Titelgewinn reichen...
Als WM-Viertelfinalist und seit einiger Zeit Stammgast unter den Top-6 der Weltrangliste ist Kolumbien kaum als Außenseiter zu bezeichnen. Die Mannschaft um Shooting-Star James Rodríguez ist insbesondere in der Offensive exzellent besetzt. Der damit verbundene Angriffsstil des Teams ist aber nicht immer erfolgsversprechend, um ein Turnier zu gewinnen. Trotzdem: Wenn das kolumbianische Team die Erfahrungen der Weltmeisterschaft mitnehmen kann, ist der zweite Erfolg bei der Copa América nach 2001 gar nicht so unrealistisch.
Titelverteidiger Uruguay, das sein erstes Gruppenspiel gegen den Gast-Teilnehmer Jamaika knapp mit 1:0 gewann, verfügt nicht mehr über das eingespielte Sieger-Team der vergangenen Jahre. Dass der Generationswechsel jetzt so langsam mal vollzogen wird, kann aber eigentlich nur positiv für diese Mannschaft sein. Mit Diego Godín, Edinson Cavani und Fernando Muslera stehen auch einige bekannte Namen im Kader, DER Topspieler, Luis Suárez, fehlt allerdings gesperrt. Diesen Ausfall werden die „Urus“ wohl nicht verkraften können.
Es wäre eine Überraschung, wenn der Copa-Sieger 2015 nicht aus diesem Quintett käme. Dennoch kann man Paraguay, Ecuador oder Peru durchaus eine Überraschung zutrauen. Das haben die Ergebnisse der letzten Jahre gezeigt und auch diese Nationen verfügen über qualitativ hochwertige Einzelspieler.
Mein Tipp für die ersten drei Ränge ist aber:
1. Chile
2. Argentinien
3. Kolumbien
Autor: Andreas Arens.
sportzumsonntag am 15. Juni 15
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