Champions League 2015/16 – Die Favoriten (Teil 2)
Neben den Siegern der vergangenen drei Jahre rechnen sich in dieser Saison auch wieder die englischen Klubs eine Chance auf den Titelgewinn in der Champions League aus. Nach der enttäuschenden Spielzeit 2014/15 starteten die Vereine der Premier League in diesem Sommer eine rekordverdächtige Transferoffensive. Mit Man City, Man United, Chelsea und Arsenal schickt die englische Liga in diesem Jahr vier ambitionierte Teams ins Rennen, die den Anschluss zu den „Top 3“ in Europa wiederherstellen wollen.
Manchester City
Top-11:
Joe Hart
Pablo Zabaleta, Nicolás Otamendi, Vincent Kompany, Aleksandr Kolarov
Fernandinho, Yaya Touré
Raheem Sterling, David Silva, Kevin de Bruyne
Sergio „Kun“ Agüero
Prognose: Über 200 Millionen Euro gab City in dieser Transferperiode aus, die meisten für Kevin de Bruyne (ca. 75 Millionen), Raheem Sterling (über 60 Millionen) und Nicolás Otamendi (ca. 45 Millionen). Mit dem zur Verfügung stehenden Kader sollte das Viertelfinale eigentlich kein Problem sein. In der Champions League haben die Citizens aber noch keine Bäume ausgerissen, das Achtelfinale war das Höchste der Gefühle.
In dieser Saison könnte sich das ändern. Zwar hat man mit Juventus, Sevilla und Gladbach eine ziemlich starke Gruppe zugelost bekommen, in die Man City dennoch als Favorit startet. Aus meiner Sicht sind Agüero (sofern er verletzungsfrei bleibt) und Co. gereift und ein klarer Kandidat auf das Halbfinale der Champions League. Minimalziel sollte das Viertelfinale sein.
Chelsea FC
Top-11:
Thibaut Courtois
Branislav Ivanovic, Gary Cahill, John Terry, César Azpilicueta
Nemanja Matic, Cesc Fàbregas
Pedro, Oscar, Eden Hazard
Diego Costa
Prognose: Mit ca. 80 Millionen Ausgaben und einem Minus von etwas mehr als 20 Millionen Euro zeigte sich Chelsea für englische Verhältnisse auf dem Transfermarkt relativ zurückhaltend. Coach Mourinho vertraute auf sein Meisterteam, das aber denkbar schlecht in die Liga-Saison startete. Der portugiesische Star-Trainer und sein Team stehen bereits jetzt etwas unter Druck, abschreiben sollte man den CFC allerdings nicht.
Mit Fàbregas und Hazard hat man zwei der besten Spieler, in Thibaut Courtois einen der besten Torhüter der Welt zu bieten, den Coach nicht zu vergessen. Ähnlich wie für Man City gilt: Wenn das vorhandene Potenzial ausgeschöpft wird ist das Finale im Bereich des möglichen. Ich denke, dass Chelsea das in der Champions League auch bestätigen kann.
Manchester United
Top-11:
David de Gea
Matteo Darmian, Chris Smalling, Daley Blind, Luke Shaw
Morgan Schneiderlin, Bastian Schweinsteiger, Ander Herrera
Juan Mata
Wayne Rooney, Memphis Depay
Prognose: Nach dem Transfertheater im August hat Torhüter David de Gea seinen Vertrag bei Man United nun doch verlängert. Ob das dem Team von Coach Louis van Gaal den benötigten Schub gibt, um den Anschluss an die internationale Spitze wiederherzustellen, bleibt abzuwarten. Der Kader liest sich mit Sicherheit nicht schlecht, doch von einer Dichte der Topstars kann nicht gerade die Rede sein. Van Gaal hat schon oft bewiesen, dass er Mannschaften entwickeln kann. Sehr viel Geduld hat man in Manchester allerdings wohl nicht mehr. Mit diesem Druck wird es mit Sicherheit nicht leichter, aber United sollte in der Lage sein, die K.O.-Runde zu erreichen.
Arsenal FC
Top11:
Petr Cech
Héctor Bellerín, Per Mertesacker, Laurent Koscielny, Nacho Monreal
Aaron Ramsey, Francis Coquelin, Santi Cazorla
Mesut Özil, Alexis Sánchez
Olivier Giroud
Prognose: 14 Millionen Euro gab Arsenal für Petr Cech aus, etwa 2,5 erhielten sie für Lukas Podolski – ansonsten kamen nur ausgeliehene Spieler zurück. Arsène Wenger sah offensichtlich keinen gesteigerten Bedarf, sein Team zu verstärken. Ob dieser Kader aber ausreicht, um in der Champions League weit zu kommen, dürfte doch fraglich sein. Mit Wilshere, Walcott oder Oxlade-Chamberlain hätte Wenger auch noch englische Nationalspieler in der Hinterhand, die ihren endgültigen Durchbruch aber (immer)noch nicht geschafft haben. „Dank“ machbarer Gegner in der Vorrunde (Piräus und Zagreb) dürfte das Achtelfinale ein realistisches Ziel sein.
Neben den vier englischen Klubs möchte vor allem Paris St. Germain an der Vormachtstellung der Top-3 (Barca, Bayern, Real) kratzen. Die finanziellen Voraussetzungen sind, ähnlich wie auf der Insel, gegeben.
Paris St. Germain
Top11:
Kevin Trapp
Serge Aurier, Thiago Silva, David Luiz, Maxwell
Marco Verrati, Thiago Motta, Blaise Matuidi
Ángel di María, Edinson Cavani
Zlatan Ibrahimovic
Prognose: Mit Ángel di María kam in diesem Sommer der nächste Star nach Paris. Die Kontinuität, mit der man sich dort Spitzenspieler angelt und dementsprechende Ergebnisse erzielt ist mittlerweile schon beeindruckend. Zum ganz großen Wurf hat es in der Champions League bisher nicht gereicht, doch das ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit.
Eine Überraschung hatte PSG aber auch parat: Mit Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt wurde ein international gänzlich unerfahrener Keeper verpflichtet, der die angesehene und geschätzte Nummer eins, Salvatore Sirigu, direkt auf die Bank verdrängte. Wenn Trapp so weitermacht dürfte er schnell zum Kandidaten für die Nationalelf werde.
PSG wird in der Champions League eine ähnliche Rolle spielen, wie in den vergangenen Spielzeiten. Mit etwas mehr Losglück ist das Halbfinale drin, wenn das Team zur richtigen Zeit in Hochform ist, sogar mehr.
Autor: Andreas Arens.
sportzumsonntag am 17. September 15
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Das Verfolgerfeld ist mit englischen Protz-Teams bestückt. Trotzdem sollten die Ablösesummen keinen täuschen, die Top-Stars dieser Welt haben im Sommer nicht in die Premier League gewechselt.
Deshalb sehe ich das Leistungspotential ähnlich sekeptisch wie du, vor allem in Bezug auf Arsenal. Vielleicht kommt mit Danny Welbeck Torgefahr in den Kader der Gunners zurück. Ansonsten sind die bisherigen Vorstellungen ziemlich ernüchternd. Gerade heute wirkte die Truppen von Wenger überhaupt nicht reif für höhere Aufgaben.
Chelsea dagegen scheint langsam in Schwung zu kommen, auch wenn aktuell noch jedes Mittel recht ist. Ich hoffe diese Manschaft kommt in die K.O. Phase, es wäre bestimmt mal interessant das Team mit jüngeren Spielern unter Mourinho mit seiner Ansammlung von Nationalmanschaftskapitänen von 2005-2007 zu vergleichen. Aber den Vergleich muss sich die aktuelle Manschaft erst einmal verdienen.
PSG sehe ich sehr weit, vor allem meine ich eine konstante Steigerung über die letzten Jahre ausmachen zu können. Ich denke da kann man einiges erwarten. !(Geheim)-Favorit!
ManU und City müssen international zunächst ihr Stehvermögen beweisen. City tut sich oft schwer den entsprechenden Gang einzulegen um die Gegner mit ihrer Offensiv-Power zu überrollen. Regelmäßig hat die Manschaft zB in den letzten Jahren gegen Bayern mit 2-3 oder ähnlich torreichen Spielen verloren. Otamendi könnte ein entscheidendes Puzzleteil sein, Demicheles ist aber sicher nicht mehr tragbar auf internationalem Top-Niveau.
ManU muss sich ein Standing nach der Absenz des letzten Jahres neu erarbeiten. Ich gebe dir aber Recht; van Gaal weiß wie man schlagkräftige Teams aufbaut. Und De Gea im Tor zu haben ist auch nicht das schlechteste was einem passieren kann ;)
Ich denke alles in allem wird es eine interessantere Saison als es im vergangenen Jahr der Barca-Durchmarsch war. Ich halte übrigens auch große Stücke auf den FC Sevilla, mit zwei UEFA-Cup (Nostalgie :D) Siegen in Folge strotzt diese Manschaft nur so vor Siegertypen (Immobile mal ausgenommen). Mal sehen ob sie das auch in der CL auf den Rasen bringen können.
Ich kann deine Einschätzungen dieser fünf Teams nur bestätigen. Für mich war der Saisonstart von Chelsea ziemlich unerklärlich, ansonsten sehe ich sie mindestens an vierter Stelle in Europa (was die Qualität des Kaders und den Gesamteindruck betrifft). Direkt dahinter kommt für mich auch schon PSG, deren Entwicklung der letzten Jahre du genauso beurteilst, wie ich.
Man City hat schon viel Qualität im Kader, das Problem ist, dass diese in der Champions League viel zu selten gezeigt wird. Ich wünsche aber insbesondere "Kun", dass er ein paar Spiele mehr machen darf um evtl. ein Wörtchen um die Torjägerkrone mitzureden (?), obwohl Ronaldo da ja schon wieder gut vorgelegt hat.
Und Arsène Wenger verstehe ich schon seit einigen Jahren nicht mehr. Die Transferpolitik ist einfach nicht nachzuvollziehen (mit der großen Ausnhame Alexis Sánchez). Das betrifft sowohl die Strukturierung des Kaders, als auch die Auswahl der Spieler. Vielleicht werde ich ja eines besseren belehrt, aber Arsenal könnte dieses Jahr vorest zum letzten Mal in der Champions League vertreten sein. Ich traue Liverpool und Tottenham zu, in der Liga vor Arsenal zu landen und auch Teams wie Everton, West Ham oder Swansea haben durchaus Potential.
Noch ein Wort zu Real: Ich konnte den Trainerwechsel schon vorher nicht nachvollziehen, aber mittlerweile halte ich ihn für einen großen Fehler. Mal sehen, vielleicht übernimmt ja nächstes Jahr Guardiola ;) oder Zidane. Oder beide...