Champions League 2015/16, Teil 3: Die Außenseiter
Hinter den acht finanzstärksten Vereinen der UEFA Champions League (Real, Barca, Bayern, PSG und die vier englischen Starter) gibt es zahlreiche Clubs, die sich zumindest gute Chancen auf das Achtelfinale ausrechnen. Dazu zählen die spanischen Teams Atlético Madrid, FC Sevilla und Valencia, das italienische Duo Juventus und AS Roma sowie die deutschen „Werksvereine“ Wolfsburg und Leverkusen. Auch Porto, Benfica, Galatasaray, Lyon und Zenit St. Petersburg haben berechtige Hoffnungen, die K.O.-Runde zu erreichen.
Erstmals starten fünf Vereine aus einem Land in der Champions League. Da neuerdings der Europa-League-Sieger automatisch für die „Königsklasse“ qualifiziert ist, darf neben den ersten Vier der spanischen Liga auch der FC Sevilla teilnehmen. Während Barcelona und Real klare Titelfavoriten sind, wird es für die drei anderen Teams wohl nicht ganz einfach, weiterzukommen. Dennoch haben auch diese Mannschaften realistische Aussichten auf das Achtelfinale.
Atlético hat sich mittlerweile in der erweiterten europäischen Spitze etabliert und dürfte der Favorit der Gruppe C sein. Gegner sind dort u.a. Benfica und Galatasaray, die jeweils eine Stufe unter Atlético einzuordnen sind. Auf diesem Niveau bewegen sich auch Sevilla und Valencia, die sich beide in relativ offenen Gruppen befinden.
Sevilla hat mit Man City und Juventus sicherlich zwei ganz harte Konkurrenten, mit denen es die Andalusier aber trotzdem aufnehmen können, wenn es gut läuft. Mönchengladbach dürfte in der momentanen Form nicht viel zuzutrauen sein. Der Rücktritt von Trainer Lucien Favre macht die Situation auch nicht gerade aussichtsreicher.
Valencia hat trotz der Auftaktpleite gegen Zenit noch alle Chancen, sich vor St. Petersburg und/oder Lyon eines der beiden Achtelfinal-Tickets der Gruppe H zu sichern.
Für die italienischen Starter Juventus und Rom war der erste Spieltag ziemlich erfolgreich. Die Roma trotzte Barcelona immerhin einen Punkt ab und Juventus gewann etwas überraschend bei Man City. Nach dem verkorksten Saisonstart war das dem letztjährigen Finalisten eher nicht zugetraut worden. Sowohl der AS Rom als auch die Turiner haben allerdings schwere Gruppen erwischt, was den guten Auftakt umso wichtiger macht.
Die Roma wird sich wohl mit Leverkusen um den zweiten Platz ihrer Staffel streiten, während Juventus mit Sevilla und den „Citizens“ um die ersten beiden Ränge der Gruppe D kämpfen sollte.
Für Leverkusen ist das Unentschieden des AS Rom gegen Barcelona also eher ein Nachteil. Wenn man aus den direkten Duellen aber mindestens vier Punkte holt, sollte sich Bayer den zweiten Platz (hinter Barca) sichern können. Dass dies eine schwierige Aufgabe wird, hat die Roma ja bereits unter Beweis gestellt.
Für Wolfsburg ist nach dem Auftaktsieg gegen ZSKA und der gleichzeitigen Niederlage von Man United in Eindhoven sogar Rang eins im Bereich des Möglichen. Wenn man die Leistungen der vergangenen Saison zu Rate zieht ist der VfL das stärkste Team der Gruppe B. Auch ohne Kevin de Bruyne dürfte der Wolfsburger Kader zumindest stärker sein als der von PSV oder ZSKA.
Auf Grund der etwas schwächeren Ligen ist die Leistungsfähigkeit von Porto, Benfica, Galatasaray, Zenit oder Lyon nicht ganz so einfach einzuschätzen. Dass alle Vereine immer für das Achtelfinale der Champions League oder gar mehr gut sind, hat die Vergangenheit gezeigt. Insbesondere bei den portugiesischen Clubs gibt es aber in jedem Jahr eine hohe Fluktuation an Spielern, was eine Einordnung zusätzlich erschwert.
Benfica und Zenit feierten am ersten Spieltag Siege. Während Porto und Lyon jeweils einen Punkt holten, verlor „Gala“ sein Heimspiel gegen Atlético. Hinter den Madrilenen könnte es ein spannendes Rennen zwischen Benfica und Galatasaray um den zweiten Platz geben, Vorteil momentan: Benfica.
Auch Zenit und Lyon sind in einer Gruppe und etwa auf dem gleichen Niveau, ebenso wie Valencia. Hier könnte es also eng werden, auch wenn sich Zenit nach dem 3:2 in Valencia als Favorit in Stellung brachte. Lyon enttäuschte mit einem 1:1 in Gent hingegen.
Porto spielte 2:2 in Kiew und hat sich somit in eine passable Ausgangsposition für den zweiten Rang der Gruppe G gebracht. Denn die Ukrainer dürften der Hauptgegner sein, da Chelsea als zu stark und Maccabi Tel Aviv als zu schwach für die beiden anderen Vereine gelten.
Mein Tipp für die Gruppenphase:
Gruppe A
1. Real Madrid
2. Paris St. Germain
Gruppe B:
1. VfL Wolfsburg
2. Manchester United
Gruppe C:
1. Atlético de Madrid
2. SL Benfica
Gruppe D:
1. Manchester City
2. Juventus FC
Gruppe E:
1. FC Barcelona
2. AS Roma
Gruppe F:
1. Bayern München
2. Arsenal FC
Gruppe G:
1. Chelsea FC
2. FC Porto
Gruppe H:
1. Zenit St. Petersburg
2. FC Valencia
Autor: Andreas Arens.
Hinweis: Die Teile 1 (Barca, Bayern, Real) und 2 (englische Teams, PSG) findet ihr unter "Themen" in der Kategorie "Fußball".
sportzumsonntag am 20. September 15
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